Tuning Vergaser für NSU Quickly

Ein Agria-Vergaser mit dem entsprechenden Ansaugstutzen verleiht der Quickly mehr Kraft gerade beim Anfahren/Beschleunigung und Steigungen. Kombiniert mit den klassischen Tuningmaßnahmen wie 13er oder 14er Ritzel, 1,7PS Zylinder, Krümmer und Flöte kürzen, kann die Quickly schon mal bis zu 60 km/h schnell werden. Das Problem beim Agria-Vergaser ist aber die Optik durch den Luftfilter. Wer hier den Ansaugschlauch der Quickly anschließen möchte, um eine gewisse Optik zu wahren, sollte auf einen Bing 1/15/xx umsteigen. Den Bing 1/15/46 gibt es schon als Nachbau für knapp 30€. Nachteil ist bei diesem, die Standgasstellschraube befindet sich auf der falschen Seite und kann nach Einbau des Vergasers nicht mehr bedient werden. Meines Wissens gibt es vier Modelle Bing 1/15/xx, bei denen die Stellschraube auf der richtigen Seite und der Ansaugschlauch (neuere 3. Ausführung / leicht S-Förmig) auch wirklich passt. Alle Modelle sind von der Form her identisch und unterscheiden sich nur durch den längeren Tupfer bei einem.

Den Ansaugstutzen der Agria gibt es in zwei Varianten: Die kurze Version passt auf einen Zylinder mit langen Stehbolzen und Bakelite, der Lange auf kurzen Stehbolzen. Damit der 15er-Vergaser auch auf den 14er-Agria-Stutzen passt, muss natürlich aufgefüllt werden. Im Baumarkt findet man dazu Aluminium Rohre. Auf entsprechende Länge gebracht, passen die genau dazwischen. Die Kante im Inneren des Stutzes sollte mit einem Kegelbohren und Dremel gebrochen werden.

Wenn man dann einen diesen Vergaser gebraucht erstanden hat, muss er erst mal aufbereitet werden. Als erstes erfolgt eine gründliche Reinigung. Dazu wird der Vergaser komplett auseinandergenommen. Wir behalten nur das Gehäuse, die Schwimmerkammer, den Deckel mit beiden Befestigungsschrauben und der Stellschraube. Den Rest kann in eine kleine Tüte und als Andenken behalten werden oder gleich entsorgt werden, denn alle diese Teile werden durch Neue ersetzt. Das Gehäuse kräftig mit Bremsenreiniger einsprühen. Ich lege die Teile dazu in ein großes Glas und sprühe sie ein. Grober hartnäckiger Schmutz wird mit einer kleinen Bürste entfernt. Nachdem wir nun die Gehäuseteile von Öl und Schmutz befreit haben, legen wir sie in ein Ultraschall Reinigungsbad um auch nun feinste Verschmutzungen zu entfernen. Die Teile sind nun richtig sauber und trocken, weshalb sie nun wieder ein wenig Öl verkraften können. Ich sprühe sie dann mit ein wenig Kriechöl (z.B.WD40) ein. Im Internet findet man Reparaturkits/Sets für wenig Geld. Diese sind ganz brauchbar; es ist auf jeden Fall mal alles drin was man braucht, um das Innenleben unseres Vergasers zu erneuern   ausgenommen der Nadeldüse und Hauptdüse. Diese beiden Teile, die da mitgeliefert werden, kann man gleich in die Tonne kicken, denn es sind keine Größenangaben darauf geprägt worden. Diese wichtigen Teile sollte man dann doch in entsprechender Größe kaufen. So nun kann der Vergaser wieder mit den Neuteilen bestückt werden. Damit die Schwimmernadel auch richtig schließt, muss die Halterung des Schwimmers so gebogen werden, dass der er im Gehäuse leicht schräg steht (s.Bild). Zum Schutz der Öse stecke ich immer den Fixerbolzen rein bevor ich mit einer kleinen Zange die Halterung vorsichtig biege. Nadeldüse und Hauptdüse eindrehen und leicht anziehen. Schwimmerkammerdichtung drauf und Deckel aufschrauben. Hier auch nur leicht anziehen. Dichtung auf den Schlauchanschluss und diesen dann auf den Vergaser schrauben und anziehen. Die Standgasstellschraube mit Feder in das Gehäuse eindrehen, so dass sie Spitze im Inneren der Kammer gerade rausschaut. Den Starterbolzen von unten her in den Deckel stecken. Das Halteplättchen der Düsennadel, wie beim Quickly-Vergaser, in die 2. Kerbe stecken. Düsennadel in den Gasbolzen und den Verstärkungsring drauflegen. Das Ganzen muss so angeordnet werden, dass die Öffnung für den Gaszug frei bleibt. Die große Feder in den Gasbolzen legen, den Gaszug durch den Deckel ziehen, die Dichtung in den Deckel legen und mit viel Fingerspitzengefühl den Gasbolzen mit Feder auf den Deckel drücken, so dass der Nippel des Gaszuges durch den Bolzen fixiert werden kann. Geduld ist hier gefordert, denn beim ersten Anlauf klappt es nie. Den Agria-Ansaugstutzen auf den Zylinder mit Bakelit und Dichtungen aufstecken und mit der hinteren Mutter als erstes beginnen den Stutzen zu fixieren. Das Füllstück aufstecken und den Vergaser draufstecken und fixieren. Nur noch den Benzinschlauch anschließen und es kann gestartet werden. Bezinhahn auf und auf den Tupfer 1-2 Sekunden drücken damit sich die Schwimmerkammer gut füllt. Starterklappe drücken und los geht’s.

Mit unseren Vergasereinstellungen und den passenden Komponenten, sollte Euer Quickly ohne Probleme starten. Mit ein wenig Glück passt alles und es ist kein Feintuning mehr nötig. Aus Erfahrung wissen wir aber, dass jeder Quickly-Motor doch anders ist und ein Feintuning meistens von Nöten ist. Dies kann dann durch testen mit verschieden Hauptdüsen erfolgen. In seltenen Fällen muss die Düsennadel auf die 3.Kerbe eingestellt werden. Bei allen Tuningmaßnahmen sollte aber immer ein Augenmerk der Zündkerze gelten. Je nach Quickly-Modell kann es auch mal vorkommen, daß der Gaszug ein paar Millimeter zu kurz ist und dadurch das Standgas zu hoch und nicht mehr verringert werden kann. Durch entfernen der Kontermutter der Stellschraube am Deckel des Vergasers kann das Problem gelöst werden. Aber auch das Gegenteil wurde uns schon berichtet. Hier kann eine Distanz-Hülse helfen.

Zur Finanzierung unserer Seite verkaufen wir fertigaufbereitete Vergaser inkl. dem erforderlichen Agria-Stutzen und dem passenden Setup. Wir inserieren diese dann in Ebay-Kleinanzeigen unter „15er Bing Tuning Vergaser für NSU Quickly aufbereitet u. getestet“. Alle Vergaser werden bei uns getestet bevor sie an Euch versendet werden.