Benötigte Lager für den Quickly Motor

FAG Lager für NSU Quickly 2-Gang Motor

Quickly 2-Gang Motor:

  • 2x Lager 6202 für Kurbelwelle (15x35x11)
  • 2x Lager 6201 für Getriebewelle (15x32x10)
  • 1x Lager 6002 für Kupplungstasse auf Kurbelwelle (15x32x9)

FAG Lager für NSU Quickly 3-Gang Motor

Quickly 3-Gang Motor:

  • 2x Lager 6202 für Kurbelwelle (15x35x11)
  • 1x Lager 6201 für Getriebewelle (15x32x10)
  • 1x Lager 6200 für Getriebewelle (10x30x9)
  • 1x Lager 6002 für Kupplungstasse auf Kurbelwelle (15x32x9)

Die Lager immer in offener Ausführung wählen und  Markenhersteller wie SKF / FAG kaufen.

Die Lagersitze am Motorgehäuse vor dem Einschlagen der Lager gut mit Bremsenreiniger reinigen und mit einem Heißluftfön erhitzen.

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Prüfstand für Lichtmaschine

Prüfstand Quickly LichtmaschinePrüfstand Quickly LichtmaschinePrüfstand Quickly LichtmaschinePrüfstand Quickly Lichtmaschine

 

Wenn man öfters Lichtmaschinen überholt oder repariert, hat man ja immer das Problem, die reparierte Lichtmaschine nur am Quickly selbst prüfen zu können. Dafür haben wir nun ganz einfach einen Prüfstand gebaut. Dieser besteht aus einem alten Motorgehäuse und einer alten Kurbelwelle. Der Pleuel an der Kurbelwelle wurde abgesägt. Zum Prüfen der 17W Lichtspule wurde eine Halterung für die zwei Glühbirnen gefertigt. Hat man nur eine 3W Lichtspule zu prüfen, einfach die große Glühbirne rausmachen. Zum Prüfen der Zündung genügt es einfach den Abstand am Unterbrechen grob einzustellen. Die finale Einstellung der Zündung erfolgt dann sowieso am Fahrzeug. Ob die Zündspule unter Dauerbelastung noch ordentlich funktioniert oder doch lieber ausgetauscht werden sollte, kann auf dem Prüfstand leider nicht getestet werden. Als Antrieb kann z.B. eine Bohrmaschine benutzt werden.

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Werkzeug zum Entfernen der Kurbelwelle

Werkzeug zum Ausdrücken der Kubelwelle

Es kommt schon mal öfters vor, dass die Kurbelwelle aus dem Motorgehäuse nicht einfach rauszubekommen ist. Rausschlagen oder hämmern geht zwar, sollte aber meiner Meinung nach nur bei einer defekten Welle gemacht werden. Wer seine Kurbelwellen einfach und schonend rausdrücken möchte, kann sich ein Werkzeug dazu herstellen. Man besorgt sich eine Stahlplatte ca. 100x100x10mm, eine Gewindestangen M6 1m, 8x Mutter M6 und passende Unterlegscheiben. Aus der Gewindestange sägen wir 4x kleine Stangen ca. 150mm raus. Die 4 Löcher auf der Platte entsprechend der Anordnung der Löcher am Motorblocks und dürfen schon ein bisschen größer sein (7-8mm Durchmesser). Auf der Platte die Position markieren und bohren. Das war es auch schon.

Zur Schonung des Gewindes der Kurbelwelle die Mutter bündig aufdrehen. Mit den 4 Gewindestangen, Muttern und Unterlegscheiben am Motorblock die Werkzeugplatte auf die Kurbelwelle gerade aufsetzen und langsam Mutter für Mutter anziehen. Die Kurbelwelle lässt sich somit jetzt butterweich rausdrücken.

Damit die Werkzeugplatte nicht in der Schublage vor sich her rostet, einfach ein bisschen einölen und einwickeln.

Ich habe meine mit einem Rest Grundierung eingesprüht.

 

Nachdem die Kurbelwelle erfolgreich entfernt wurde, bleiben meistens noch ein oder beide Lager an der Axe hängen. Dafür könnte man sich auch ein Werkzeug basteln oder ein solches Trennmesser für unter 20€ kaufen. Ich habe mir dazu gleich ein ganzes Set für knapp 35€ online erworben:

Lagerabzieher Polradabzieher Trennmesser

Funktioniert einwandfrei!

 

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Tuning Vergaser für NSU Quickly

Ein Agria-Vergaser mit dem entsprechenden Ansaugstutzen verleiht der Quickly mehr Kraft, gerade beim Anfahren/Beschleunigung und Steigungen. Kombiniert mit den klassischen Tuningmaßnahmen wie 13er oder 14er-Ritzel, 1,7PS Zylinder, Krümmer und Flöte kürzen, kann die Quickly schon mal bis zu 60 km/h schnell werden. Das Problem beim Agria-Vergaser ist aber die Optik durch den Luftfilter. Wer hier den Ansaugschlauch der Quickly anschließen möchte, um eine gewisse Optik zu wahren, sollte auf einen Bing 1/15/xx umsteigen. Den Bing 1/15/46 gibt es schon als Nachbau für knapp 25 €. Nachteil ist bei diesem, die Standgasstellschraube befindet sich auf der falschen Seite und kann nach Einbau des Vergasers nicht mehr bedient werden. Meines Wissens gibt es drei Modelle Bing 1/15/xx, bei denen die Stellschraube auf der richtigen Seite und der Ansaugschlauch (neuere 3. Ausführung / leicht S-Förmig) auch wirklich passt. Alle Modelle sind von der Form her identisch und unterscheiden sich nur durch den längeren Tupfer bei einem.

Den Ansaugstutzen der Agria gibt es in zwei Varianten: Die kurze Version passt auf einen Zylinder mit langen Stehbolzen und Bakelite, der lange auf kurzen Stehbolzen. Damit der 15er-Vergaser auch auf den 14er-Agria-Stutzen passt, muss natürlich aufgefüllt werden. Im Baumarkt findet man dazu Aluminiumrohre. Auf entsprechende Länge gebracht, passen die genau dazwischen. Die Kante im Inneren des Stutzens sollte mit einem Kegelbohren und Dremel gebrochen werden.

Wenn man dann einen diesen Vergaser gebraucht erstanden hat, muss er erst mal aufbereitet werden. Als erstes erfolgt eine gründliche Reinigung. Dazu wird der Vergaser komplett auseinandergenommen. Wir behalten nur das Gehäuse, die Schwimmerkammer, den Deckel mit beiden Befestigungsschrauben und der Stellschraube. Den Rest kann in eine kleine Tüte als Andenken behalten werden oder gleich entsorgt werden, denn alle diese Teile werden durch Neue ersetzt. Das Gehäuse kräftig mit Bremsenreiniger einsprühen. Ich lege die Teile dazu in ein großes Glas und sprühe sie ein. Grober, hartnäckiger Schmutz wird mit einer kleinen Bürste entfernt. Nachdem wir nun die Gehäuseteile von Öl und Schmutz befreit haben, legen wir sie in ein Ultraschall-Reinigungsbad, um auch nun feinste Verschmutzungen zu entfernen. Die Teile sind jetzt richtig sauber und trocken, weshalb sie jetzt wieder ein wenig Öl verkraften können. Ich sprühe sie dann mit ein wenig Kriechöl (z.B.WD40) ein. Im Internet findet man Reparaturkits/Sets für wenig Geld. Diese sind ganz brauchbar; es ist auf jeden Fall mal alles drin, was man benötigt, um das Innenleben unseres Vergasers zu erneuern, ausgenommen der Nadeldüse und Hauptdüse. Diese beiden Teile, die da im Reparaturkit mitgeliefert werden, kann man gleich in die Tonne kicken, denn es sind keine Größenangaben darauf geprägt worden und funktionieren auch nicht für unsere Zwecke. Diese wichtigen Teile sollte man dann doch in entsprechender Größe kaufen. So, jetzt kann der Vergaser wieder mit den Neuteilen bestückt werden. Damit die Schwimmernadel auch richtig schließt, muss die Halterung des Schwimmers so gebogen werden, dass der er im Gehäuse leicht schräg steht (s.Bild). Zum Schutz der Öse stecke ich immer den Fixierbolzen rein, bevor ich mit einer kleinen Zange die Halterung vorsichtig biege. Nadeldüse und Hauptdüse eindrehen und leicht anziehen. Schwimmerkammerdichtung darauf und Deckel von Hand aufschrauben. Hier auch nur leicht von Hand anziehen. Dichtung auf den Schlauchanschluss und diesen dann auf den Vergaser schrauben und anziehen. Die Standgasstellschraube mit Feder in das Gehäuse eindrehen, sodass sie Spitze im Inneren der Kammer gerade rausschaut. Den Starterbolzen von unten her in den Deckel stecken. Das Halteplättchen der Düsennadel, wie beim Quickly-Vergaser, in die 2. Kerbe stecken. Düsennadel in den Gasbolzen und den Verstärkungsring drauflegen. Das Ganze muss so angeordnet werden, dass die Öffnung für den Gaszug frei bleibt. Die große Feder in den Gasbolzen stecken, den Gaszug durch den Deckel ziehen, die Dichtung in den Deckel legen und mit viel Fingerspitzengefühl den Gasbolzen mit Feder auf den Deckel drücken, sodass der Nippel des Gaszuges durch den Bolzen fixiert werden kann. Geduld ist hier gefordert, denn beim ersten Anlauf klappt es nie. Den Agria-Ansaugstutzen auf den Zylinder mit Bakelit und Dichtungen aufstecken und mit der hinteren Mutter als Erstes beginnen, den Stutzen zu fixieren. Das Füllstück aufstecken und den Vergaser draufstecken und fixieren. Nur noch den Benzinschlauch anschließen und es kann gestartet werden. Benzinhahn auf und auf den Tupfer 1-2 Sekunden drücken, damit sich die Schwimmerkammer gut füllt. Starterklappe drücken und los geht’s.

Mit unseren Vergasereinstellungen und den passenden Komponenten sollte Euer Quickly ohne Probleme starten. Mit ein wenig Glück passt alles und es ist kein Feintuning mehr nötig. Aus Erfahrung wissen wir aber, dass jeder Quickly-Motor doch anders ist und ein Feintuning meistens vonnöten ist. Dies kann dann durch Testen mit verschieden Hauptdüsen erfolgen. In seltenen Fällen muss die Düsennadel auf die 3. Kerbe eingestellt werden. Bei allen Tuningmaßnahmen sollte aber immer ein Augenmerk der Zündkerze gelten. Je nach Quickly-Modell kann es auch mal vorkommen, dass der Gaszug ein paar Millimeter zu kurz ist und dadurch das Standgas zu hoch und nicht mehr verringert werden kann. Durch Entfernen der Kontermutter der Stellschraube am Deckel des Vergasers kann das Problem gelöst werden. Aber auch das Gegenteil wurde uns schon berichtet. Hier kann eine Distanz-Hülse helfen.

Zur Finanzierung unserer Seite verkaufen wir fertig aufbereitete Vergaser inkl. dem erforderlichen Agria-Stutzen und dem passenden Setup. Wir inserieren diese dann in Ebay-Kleinanzeigen unter „15er Tuning Vergaser für NSU Quickly“.

 

 

 

 

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Anhängerkupplung für Quickly F

Nachdem ich nun meinen alten Mopedanhänger komplett restauriert habe, stand ich vor dem Problem eine Anhängerkupplung für meine Quickly F zu finden oder herzustellen. Laut einem Eintrag im Wickipedia sollte es mal eine solche AHK als Sonderzubehör gegeben haben. Leider ist da im Internet nicht mehr dazu zu finden. Ein Suchanfrage in Ebay-Kleinanzeigen ergab leider auch nichts. Also musste ich mir das Teil selbst konstruieren. Das Kupplungsteil war ja schnell besorgt. Das Problem war aber nun die Kupplung an das Moped zu befestigen. Da der Gepäckträger meiner Quickly F nur auf dem Schutzblech befestigt ist, wollte ich nicht die AHK dort befestigen. Es gibt auch noch eine andere Version des Gepäckträgers, der unter der Sitzbank auf der Federbeinhalterung befestigt wurde. Zu diesem Zweck befinden sich dort zwei Löcher und genau dort habe ich nun meine Konstruktion befestigt. Hergestellt habe ich das Ganze mit Schmiedeeisen (4x25mm) aus dem Baumarkt. Eingespannt in einem großen Schraubstock und mit einem Bunsenbrenner erhitzt, lässt sich das Eisen mit wenigen Hammerschlägen biegen. Grundierung und Lack hatte ich noch vom Anhänger übrig, den ich in gleichem Farbton wie meine Quickly lackiert habe. So konnte ich dem Teil die entsprechende Farbe geben. Und so sieht das Ganze nun aus:

Quickly F mit AnhängerQuickly F mit Anhänger

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Den Kondensator tauschen / wechseln / ersetzen

Den Kondensator bekommt man am besten entfernt in dem man die Grundplatte auf ein dickes Holzstück schraubt. Dort wo der Kondensator sitzt, sollte man vorher ein großes Loch in das Holz gebohrt haben, durch das der Kondensator locker durchpasst. So nun die Platte mit einer 12er Nuss auf dem Kondensator in einen Schraubstock spannen und langsam der Kondensator rausdrücken. Der Neue kann genauso einfach auch wieder reingedrückt werden. Beim Reinrücken des Kondensators sollte KEIN Öl oder Fett verwendet werden, da sonst der Kontakt zur Masse beeinträchtigt werden kann.

 

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Zündung / Zündzeitpunkt am NSU Quickly Moped richtig einstellen mit einem Signalgeber / Piepser / Zündeinstellgerät

Ich hoffe mit diesem Beitrag die letzten „Mysterien“ des Zündung-Einstellens an einer Quickly auflösen zu können. Sicherlich gilt diese Anleitung auch für alle andere Mopeds mit der gleichen Zündtechnik, wenn man die entsprechenden Werte von Unterbrecherabstand und Vorzündung dem Moped Typ anpasst (Kreidler, Herkules, Zündapp, DKW, Simson, Peugeot, Mobilette…)

Unser Signalgeber / Piepser / Zündeinstellgerät zum Einstellen der Vorzündung

Im Internet findet man doch recht viele Anleitungen dazu wie z.B. den vom Quickly Fan Club Kapellen. Der Beitrag, der mir aber am meisten geholfen hat, ist der von Helmut Lembke vom NSU-Team Möhnsen e.V. An der Stelle möchte ich mich recht herzlich bedanken für all die wertvollen Tipps und Anleitungen!

Welche Werkzeuge werden zum Einstellen der Zündung benötigt?

  • Messuhr mit Adapter für das Zündkerzenloch
  • Fühlerlehre 0,20mm | 0,25mm | 0,30mm | 0,35mm | 0,40mm
  • Schraubendreher
  • Zündkerzenschlüßel
  • Den unten beschriebenen Piepser / Signalgeber

Wer das Polrad abmontieren muss weil er z.B. den Unterbrecher, Kondensator oder Zündspule wechseln muss, benötigt noch zusätzlich

  • Polrad Abzieher
  • Maul-/Ring-/Steckschlüssel
  • Bandschlüssel zum Festhalten des Polrads

Adapter für Messuhr:

Den Adapter kann man, wie in der Anleitung von Helmut Lembke beschrieben, selber bauen. Ich habe es mir da einfacher gemacht und einen bei Ebay bestellt: „M14x1,25 – Adapter für Zündzeitpunkt“. Für diejenigen unter Euch, die gar keine Messuhr besitzen, gibt es auch komplette Sets für ca. 30€

Adapter für Messuhr zum Eindrehen anstelle der Zündkerze
Messuhr mit dem Adapter zur Emittlung des OT

Piepser / Signalgeber:

Den „Piepser“ zum Einstellen des Zündzeitpunktes habe ich nach der oben genannten Anleitung gebaut. Er basiert auf den Signalgeber AL-60SP03. Weiter werden noch benötigt 2x Klemmen (rot/schwarz), 2x Kabel (rot/schwarz), Batteriehalter für 2xMignon und 2xMignon-Batterien. Den Batteriehalter gibt es in verschiedenen Ausführungen. Ich habe mich für den geschlossenen mit einem Ein/Ausschalter entschieden. Das Ganze bekommt man im Internet (z.B. Conrad o. Voelkner) für unter 10€ + Porto.

Signalgeber AL-60SP03
Alles was benötigt wird zum Bau des Signalgebers / Zündeinstellhilfe

Zusammenbau:

Vor dem Zusammenbau sollte der Signalgeber noch getestet werden: Einfach zwei Batterien in den Halter und die zuvor abisolierten Kabelenden an die Signalgeber halten (+/- Pole beachten). Nach erfolgreichem Test, kann es an den Zusammenbau gehen. Die Originalkabel am Batteriehalter habe ich abgelötet. Den Signalgeber habe ich auf den Halter geklebt, zuvor aber noch entsprechend kleine Löcher für die Kontakte und das Kabel gebohrt. Das Ganze wird dann unter Berücksichtigung der +/- Pole einfach gelötet. Fertig

Die Zündung richtig einstellen:

Auf den meisten Homepages findet man mehr oder weniger diese Anleitung. Vermutlich ist das wohl die original Beschreibung von NSU:

Zunächst wird der Unterbrecherabstand eingestellt: Dazu wird das Polrad in Pfeilrichtung gedreht, bis die Kontakte abgehoben haben, die weiteste Öffnung wird dabei auf 0,2 – 0,3 mm eingestellt. Die zuvor gelöste Befestigungsschraube für Kontaktträger wieder anziehen.
Anschließend wird die Vorzündung eingestellt: Das Polrad wird wiederum in Pfeilrichtung gedreht, bis der Kolben die oberste Stellung (OT) erreicht hat. Polrad entsprechend markieren.
Die Vorzündung beträgt 2,1-2,5 mm vor oberem Totpunkt, wenn der Unterbrecher gerade zu öffnen beginnt. Ein zwischen die Unterbrecherkontakte geklemmtes Blattmass von 0,03-0,05 mm muss bei dieser Kolbenstellung gerade noch frei werden, so dass es sich herausziehen lässt.
Vorgehensweise: Das Polrad soweit entgegengesetzt dem Pfeil drehen, bis der Kolben entsprechend 2,1 – 2,5 vor dem OT steht (Zündzeitpunkt). Stimmt die Einstellung der Zündung nicht mehr, so muss die Grundplatte des Schwungradlichtmagnetzünders in der erforderlichen Richtung verschoben werden. Zu diesem Zweck beide Schrauben für Grundplatte 1/2 bis 1 Umdrehung lösen und die Grundplatte durch leichtes Klopfen auf einen dort angesetzten Schraubenzieher verschieben. Nach Festziehen der Befestigungsschrauben nochmals wie beschrieben auf richtigen Zündzeitpunkt prüfen. Markierung Grundplatte – Kurbelgehäuse anbringen / ändern.

Richtig verstehen kann das meiner Meinung nach nur jemand vom Fach. Diese Anleitungen waren ja ursprünglich für die NSU-Quickly Händler und Werkstätten bestimmt und sind daher doch sehr kurzgefasst. Für die damaligen Zweiradtechniker waren diese Grunddaten vollkommen ausreichend. Unsereins liest aber diese Anleitungen und fragt sich doch wie das zu machen ist. Ich möchte nun an der Stelle das Ganze so beschreiben, daß es auch jeder mit ein wenig technisches Verständis auch verstehen sollten.

Den Unterbrecherabstand auf 0,2-0,3mm einstellen:

Als Allererstes wird die Abdeckung der Lichtmaschine entfernt, der Zündkerzenstecker abgezogen und die Zündkerze herausgedreht. Das Polrad dann in Pfeilrichtung drehen (links gegen den Uhrzeigersinn) bis sich der Kontakt des Unterbrechers anhebt. An der Stelle kommt schon das erste Hindernis. Was wenn der Kontakt sich nicht bewegt? Am einfachsten ist es grundsätzlich alles auf „NULL“ zu setzen. Die beiden Befestigungsschrauben der Grundplatte lösen und diese nach links bis zum Anschlag drehen. Die Befestigungsschraube am Unterbrecher lösen und den Kontakt anheben bis ein Abstand zwischen dem Unterbrecher deutlich zu sehen ist und dann die Befestigungsschraube wieder anziehen. So nun sollte durch Drehen am Polrad eine ca. 1mm Bewegung am Unterbrecher zu sehen sein. Das Polrad nun drehen bis der Abstand zwischen den Kontakten am Größten ist. Eine weitere Methode wäre auch mit der Messuhr den OT zu ermitteln, denn genau dort sollte der Unterbrecherabstand am Größten sein. Jetzt ein Blattmaß von 0,2 bis 0,3mm dazwischen stecken und die Feststellschraube am Unterbrecher lösen und wieder anziehen. Der Abstand ist nun auf das gewünschte Maß eingestellt. Ich fange meistens bei 0,25mm an; habe aber auch schon in anderen Foren gelesen, dass manche Quickly-Freunde hier bis 0,4mm eingestellt haben und es auch damit wunderbar funktioniert. Warum das so kommen kann oder ist, seht Ihr weiter unten.

Die Vorzündung auf 2,1-2,5mm vor OT einstellen:

OT = oberer Totpunkt = Die Stelle an der sich der Kolben im Zylinder am höchsten Punkt befindet. Hier kommt nun unsere Messuhr mit dem Adapter zum Einsatz. Den Adapter in das Kerzenloch eindrehen und von Hand leicht anziehen. Den Abtaster der Messuhr mit der entsprechenden Verlängerung bestücken, in den Adapter reinstecken und mit der kleinen Madenschraube mittels Inbusschlüssel leicht fixieren, so dass die Anzeige natürlich sichtbar ist. Durch drehen am Polrad in Zeigerrichtung (gegen den Uhrzeigersinn) den OT ermitteln und die Messuhr dann auf NULL stellen. Der OT ist dann erreicht, wenn der Zeiger der Messuhr wieder zurückdreht. Nun das Polrad in entgegengesetzter Pfeilrichtung drehen (also im Uhrzeigersinn) ) und zwischen 2,1-2,5mm stehen bleiben. Hier ist die Stelle, an der der Unterbrecher aufgehen sollte und der Abstand zwischen den Unterbrecherkontakte 0,03-0,05mm betragen sollte (Das viel erwähnte Zigarettenpapier). Damit wir auch das ganz einfach ohne Papier hinbekommen, kommt nun unser Piepser zum Einsatz. Ich beschreibe hier 2 Varianten wie Ihr die Vorzündung mit dem Piepser eingestellt bekommt. Die Erste ist die wie von Helmut Lembke beschrieben: Nachdem Ihr den Kolben um 2,3mm (Mittelmaß 2,1-2,5mm) zurückgedreht habt, die Klemmen des Piepsers an den beiden Kontakte links und rechts des Unterbrechers anbringen. Den Piepser einschaltet und es ertönt der normale Piepston. Jetzt mit einer Hand das Polrad auf der Stellung (2,3mm vor OT) haltet und mittels Schraubendreher die Grundplatte langsam nach rechts drehen (zur Erinnerung: Wir hatten die Grundplatte am Anfang bis zum Anschlag nach Links gedreht). Sobald sich die Kontakte am Unterbrecher öffnen, ändert sich auch der Wiederstand und somit auch der Piepston deutlich. Jetzt nur noch die Grundplatte Festschrauben und das war es auch schon. Die Schwierigkeit ist hier die beiden Klemmen durch die Öffnung des Polrads an den Unterbrecher zu hängen, dann das Polrad auf Stellung zu halten und auch noch durch die obere Öffnung des Polrades die Grundplatte zu drehen. Wem das nicht gelingt, hier meine zweite Variante: Die schwarze Klemme an den Motorblock z.B. Kühlrippe des Zylinders hängen. An der roten Klemme hänge ich das rote Messkabel, das mit der Spitze, von meinen Multimeter. Alternativ kann hier natürlich auch einfach ein Stück blanker Draht in die Klemme legen, so dass mach einfach mit der Spitze an den Kontakt des Unterbrechers kommt. So nun zur Handhabung: Den Kolben auf OT stellen. Die Spitze des roten Kabels an den Unterbrecher halten (rechte seite) und das Polrad zurück (entgegengesetzter Pfeilrichtung) drehen bis der Piepston sich ändert. Ändert sich der Piepston bevor wir die 2,1mm vor OT erreicht haben, wird die Grundplatte ein Stück nach rechts verschoben und wir messen erneut. Das Ganze wird so lange wiederholt bis wir die 2,1-2,5mm erreicht haben. Wird dieser Wert nicht erreicht, weil wir mit der Grundplatte am linken Anschlag angekommen sind, so muss der Unterbrecherabstand wie anfangs beschrieben vergrößert werden. Und so kommt es, dass wohl manche der Quickly-Freunde auf einen Unterbrecherabstand von 0,40mm kommen. Grundplatte wieder festschrauben und fertig!

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